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Das Leitbild der Urania
1. Unsere Identität und unser Auftrag
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Die Österreichische Urania für Steiermark versteht sich als Zentrum der Weiterbildung mit engem Kontakt zu den steirischen Universitäten und Museen sowie zu wichtigen Kultureinrichtungen. Die „Grazer Urania“ wurde 1919 als politisch unabhängiger und gemeinnütziger Verein gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte 1947 eine Neugründung unter dem Namen „Österreichische Urania für Steiermark“. Sie ist als überparteilicher und gemeinnütziger Verein Mitglied des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen sowie des Bildungsnetzwerks Steiermark. Sie hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Weiterbildung in allgemeiner und umfassender Form in Graz und in der Steiermark zu verbreiten, „mit dem Ziel, die menschliche Persönlichkeit in ihrer Gesamtheit und Einheit zu gestalten.“ (§ 2 der Vereins-Statuten) Dies geschieht in kompetenter und verständlicher Form, ohne weltanschauliche Färbung, dafür mit persönlicher Betreuung, innovativer Kraft und traditionellem Charme.
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2. Unsere Werte und Ziele
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Die Urania fühlt sich einem humanistisches Menschenbild, den Werten der Demokratie und Aufklärung, der Geschlechtergerechtigkeit und der Toleranz gegenüber unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen, Kulturen und Religionen verpflichtet. Die Leitlinien unserer konzeptiven und organisatorischen Tätigkeit orientieren sich am öffentlichen Bildungsauftrag und an einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung. Darüber hinaus gelten für uns die folgenden sieben Grundsätze:
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2.1. Der Grundsatz des kritischen Humanismus
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Die Urania sollte von ihrer Gründungsidee her Wissenschaft verständlich machen. In einer Zeit wachsender Vorliebe für einfache und glatte Lösungen (esoterischer, nationalistischer oder fundamentalistischer Natur) fühlt sich die Urania weiterhin und vermehrt wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Seriosität, den Grundwerten des Humanismus und der objektiven und kritischen Darstellung der Vielfalt der Standpunkte verpflichtet. Wir wollen aufmerksame Beobachter der intellektuellen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen sein, den Zeitgeist erkennen und uns mit ihm auseinandersetzen, ohne uns ihm zu unterwerfen. Unser Angebot soll Orientierung und Hilfestellung in einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Welt bieten.
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2.2. Der Grundsatz der durchdachten Vielfalt
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Da Bildungsziele, Kundeninteressen und gesellschaftliche Entwicklungen nicht mehr vorhersagbar sind bzw. sich in immer kürzeren Abständen ändern, wollen wir durch ein möglichst breit gestreutes Angebot, das, soweit möglich, allen zugänglich ist, unseren Bildungsauftrag ernst nehmen und neben traditioneller Allgemeinbildung und beruflichen Qualifikationen auch sinnvolle Freizeitgestaltung, Basisqualifikationen, Kultur- und Medienkompetenz vermitteln. Daneben wollen wir auch ein Forum für Dialog, Verständigung und Anschauungsvielfalt sein und einen festen Platz im Kulturleben der Stadt Graz und der Steiermark haben.
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2.3. Der Grundsatz der "Kulturellen Bildung"
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Die Urania sieht eines ihrer Hauptanliegen im Bereich der „Kulturellen Bildung“. Diese soll nicht nur Phantasie und Kreativität wecken, sondern durch Wissensvermittlung über das eigene kulturelle Umfeld auch identifikationsstiftend wirken, beziehungsweise durch die Erfahrung von Kulturkontrasten und durch transkulturelles Lernen die Fähigkeiten zu objektiver Auseinandersetzung, kritischem Dialog und eigener Meinungsbildung fördern.
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2.4. Der Grundsatz der beständigen Innovation
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Durch unsere traditionell sehr engen Kontakte zu den steirischen Universitäten und Forschungseinrichtungen werden wir sehr rasch mit neuen Erkenntnissen, Themen und Denkweisen konfrontiert, die wir so rasch wie möglich in unser Bildungsangebot einfließen lassen. Dies erfordert von uns ein hohes Maß an Aufgeschlossenheit und Experimentierfreudigkeit – auch im Umgang mit neuen Vermittlungsmethoden.
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2.5. Der Grundsatz der ökonomischen Ausgeglichenheit
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Die Urania strebt einen hohen Grad an Eigenfinanzierung an. Eine ausschließliche Orientierung an der Nachfrage und am Markt verhindert jedoch die Umsetzung der angeführten Prinzipien. Menschlich und gesellschaftlich relevante Bildung braucht regelmäßige und kalkulierbare Unterstützung durch die öffentliche Hand. Im Bewusstsein unserer Verantwortung dem Steuerzahler gegenüber muss die Verwendung dieser Förderungen nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Leistungsorientiertheit erfolgen.
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2.6. Der Grundsatz der Kundennähe und Transparenz
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Der persönliche, direkte Kontakt zwischen Mitarbeitern und Mitgliedern ist die Chance der Urania, neben größeren aber unpersönlichen Anbietern zu bestehen. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Anonymität werden die soziale Komponente der Bildungsarbeit und das individuelle Eingehen auf die Wünsche und Vorstellungen unserer Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer wichtiger. Der direkte Kontakt bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ihnen die Abläufe und Vorgaben der Bildungsarbeit verständlicher zu machen und durch eine individuelle und kompetente Bildungsberatung den Erfolg von Lernprozessen zu fördern und zu unterstützen.
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2.7. Der Grundsatz der Kompetenz und Qualität
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Unsere inhaltlichen und pädagogischen Ziele können nur erreicht werden, wenn die Infrastruktur der Urania den Anforderungen optimal entspricht, wenn die Dienstleistungen im Umgang mit unseren Mitgliedern und unseren Lehrkräften kompetent, effizient und menschlich durchgeführt werden und wenn das Niveau unserer Referenten gehalten und gesteigert wird. Dazu sind eine kritische Auswahl, eine kontinuierliche Betreuung und eine regelmäßige Fortbildung von Nöten. All diese Kriterien sollen einer permanenten Reflexion und Evaluation unterzogen werden. Ein dauerhafter Prozess der Organisations- und Qualitätsentwicklung soll mithelfen, die Qualität, Effizienz und Kundenorientierung unserer Bildungsarbeit zu sichern.
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3. Unsere Bildungsarbeit
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Die Urania versteht sich als Weiterbildungseinrichtung für alle Bürgerinnen und Bürger. Unser Bildungsangebot richtet sich in erster Linie an den einzelnen Menschen und an soziale Gruppen, doch gehören auch Firmen, Organisationen, Vereine und andere Institutionen zu unseren Kunden. Unsere Bildungsarbeit umfasst die Entwicklung, Planung und Durchführung von Programmen der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung, kulturellen Veranstaltungen, Projekten und Qualifizierungsmaßnahmen, Prüfungen und anerkannten Abschlüssen sowie eine umfassende Bildungsberatung. Es ist unser erklärtes Ziel, in den genannten Bereichen qualitativ hochwertige Angebote zur Verfügung zu stellen und damit allen Bürgerinnen und Bürgern der Region den Zugang zu lebenslangem Lernen zu ermöglichen. Bildungswillige aller Alters- und Berufsgruppen nehmen diese Angebote regelmäßig in Anspruch.
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4. Unsere Resourcen und Fähigkeiten
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Die Urania wird vorwiegend durch die Beiträge der Mitglieder, Förderer, Teilnehmer und Teilnehmerinnen getragen. Darüber hinaus erhält sie Förderungen von Bund, Land Steiermark und Stadt Graz sowie Unterstützung durch private Institutionen. Die Unterrichtsräume der Urania bieten eine moderne und ansprechende Lernumgebung und sind mit allen erforderlichen Lehr- und Lernhilfen ausgestattet. Das Urania-Team ist gut ausgebildet und hoch motiviert. Durch ihren engen Kontakt mit den steirischen Universitäten und Fachhochschulen steht der Urania ein dichtes Netz qualifizierter Referenten, kritischer Berater und inhaltlicher Gesprächspartner zur Verfügung. Dies garantiert die Kompetenz und Qualität unseres Weiterbildungsangebots.
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5. Unser Verständnis einer erfolgreichen Bildungsarbeit
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Unsere Bildungsarbeit betrachten wir dann als gelungen, wenn motiviert Lernende mit Freude die angestrebten Lernziele erreichen, danach im Stande sind, das Erlernte im persönlichen und gesellschaftlichen Lebenszusammenhang anzuwenden und Weiterbildung als erfolgreiche Möglichkeit zur Lebensgestaltung anerkennen. Im Zertifikatsbereich müssen zusätzlich verbindliche und transparente Qualitätskriterien erfüllt sowie vorgegebene Lern- und Entwicklungsziele erreicht werden. Das Ergebnis einer erfolgreichen Bildungsarbeit der Urania stellen mündige Bürgerinnen und Bürger dar, die kompetent und bewusst am beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen.
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6. Wie unser Leitbild zustande kam
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Die Überarbeitung des URANIA-Leitbildes, das seit 1999 als Richtlinie für unsere Bildungsarbeit gedient hat, erfolgte auf partzipative Weise durch die MitarbeiterInnen der URANIA in einer Klausur am 23. April 2004. Der von den URANIA-MitarbeiterInnen erstellte und von der Geschäftsführung verschriftlichte Entwurf wurde am 26. Mai 2004 von einer Arbeitsgruppe des URANIA-Präsidiums eingehend diskutiert, evaluiert und neu formuliert. Diese Fassung des Leitbildes wurde den URANIA-MitarbeiterInnen erneut zur Stellungnahme zugemailt. Diese stimmten ihr vorbehaltslos zu, und so lag diese Endfassung der Generalversammlung der Österreichischen URANIA für Steiermark am 15. Juni 2004 zur Abstimmung vor. Sie wurde ohne Gegenstimme angenommen. Das Leitbild wird in Form einer Broschüre gedruckt, die in der URANIA aufliegen und auf Wunsch jedem Teilnehmer mit-gegeben oder zugesandt wird. Zusätzlich ist unser Leitbild auf der URANIA-Homepage veröffentlicht und kann ausgedruckt bzw. heruntergeladen werden. So ist für jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin jederzeit einsehbar, an welchen Prinzipien wir uns orientieren. Die Kontroll- und Revisionsverantwortung ist festgelegt durch den Arbeitsausschuss des URANIA-Präsidiums, der diese bei Notwendigkeit an die Geschäftsführung delegieren kann.
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