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Das Leitbild der Urania

Die Urania-Idee

Die Urania-Idee wurde in Berlin als Kind der Aufklärung und der aufstrebenden Naturwissenschaften geboren. Alexander von Humboldt (1769-1859), der davon überzeugt war, dass naturwissenschaftliches Wissen die Menschen vernünftiger mache und rationaler handeln lasse, hielt in den Jahren 1827 und 1828 öffentliche „Kosmos-Vorlesungen“. Jahrzehnte später griff Wilhelm Julius Foerster, der Direktor der Berliner Universitäts-Sternwarte, dieses Konzept einer naturwissenschaftlichen Allgemeinbildung wieder auf und entwickelte es zur Idee einer Volkssternwarte mit angeschlossenem Bildungshaus weiter. Gemeinsam mit dem Astronomen Max Wilhelm Meyer und dem Unternehmer Werner von Siemens gründete er 1888 die Gesellschaft „Urania“ als Einrichtung, die der naturwissenschaftlichen Anschauung und Belehrung dienen sollte. Im § 3 ihres Gründungsstatuts heißt es:
„Der Zweck der Gesellschaft ist die Verbreitung der Freude an der Naturerkenntnis.“

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sollten von Wissenschaftlern aus erster Hand einem allgemeinen Publikum in allgemein verständlicher Sprache vermittelt werden und – den technischen Fortschritt immer im Auge behaltend – konkrete, praxisbezogene Lebenshilfe bieten. Ganz bewusst wandte man sich damit gegen die damals wie heute so beliebten wissenschaftlichen Elfenbeintürme, gelehrten Zirkeln und akademischen Geheimbünde. Dieses als „Urania-Idee“ berühmt gewordene Konzept einer volksnahen Wissensvermittlung erwies sich als voller Erfolg. Bereits im ersten Jahr konnten über 98.000 Besucher verzeichnet werden, und der Auftritt berühmter Wissenschaftler – z.B. Thomas A. Edison und Albert Einstein – steigerten das Image der Berliner Urania.

Die Idee verbreitete sich rasch über ganz Deutschland und die angrenzenden Gebiete. Nach Berliner Vorbild entstanden Uranias in Magdeburg, Jena, Zürich, Meran, Prag, Budapest und anderen Städten. Die Strahlkraft des Urania-Gedankens reichte aber noch weiter: bis Mailand, London, Amsterdam, Stockholm, St. Petersburg und Moskau. Schon sehr früh erreichte er auch Österreich.

Bereits im Februar 1897 rief eine Gruppe jüngerer Mitgliedern des Niederösterreichischen Gewerbevereins in Wien ein Syndikat „Urania“ ins Leben – die dritte derartige Institution nach Berlin und Magdeburg. Den Hintergrund für diese Gründung bildeten die Vorbereitungen der Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs im Jahr 1898. Zu diesem Anlass plante der Niederösterreichische Gewerbeverein eine Ausstellung im Prater, und dort – in einem Holzpavillon mit botanischem Garten, Sternwarte und Theatersaal nahe der Rotunde – begann auch die Wiener Urania mit ihrer Tätigkeit. Sie hatte wie ihre deutschen Vorbilder eine technisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung und war von Anfang an kaufmännisch orientiert.

1910 übersiedelte sie in das heutige Uraniagebäude am Donaukanal. Weitere Urania-Einrichtungen entstanden in Wiener Neustadt, Baden, Klosterneuburg, Hollabrunn, Innsbruck und in Graz.



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Siehe dazu auch:
AGBs der URANIA
Rücktrittsrecht



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