Unser Leitbild

Unsere Identität und unser Auftrag

Die Urania Steiermark versteht sich als Zentrum der Weiterbildung mit engem Kontakt zu den steirischen Universitäten und Museen sowie zu wichtigen Kultureinrichtungen. Sie hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Weiterbildung in allgemeiner und umfassender Form in Graz und in der Steiermark zu verbreiten, „mit dem Ziel, die menschliche Persönlichkeit in ihrer Gesamtheit und Einheit zu gestalten“ (§ 2 der Statuten) Dies geschieht in kompetenter und verständlicher Form, ohne weltanschauliche Färbung, dafür mit persönlicher Betreuung, innovativer Kraft und traditionellem Charme.

Die Urania fühlt sich einem humanistischen Menschenbild, den Werten der Demokratie und Aufklärung, der Geschlechtergerechtigkeit und der Toleranz gegenüber unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen, Kulturen und Religionen verpflichtet. Die Leitlinien unserer konzeptiven und organisatorischen Tätigkeit orientieren sich am öffentlichen Bildungsauftrag und an einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung. Darüber hinaus gelten für uns die im Folgenden beschriebenen sechs Grundsätze:

Grundsatz eines kritischen Humanismus: Die Urania soll von ihrer Gründungsidee her Wissenschaft verständlich machen. In einer Zeit wachsender Vorliebe für einfache und glatte Lösungen (esoterischer, nationalistischer oder fundamentalistischer Natur) fühlt sich die Urania weiterhin und vermehrt wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Seriosität, den Grundwerten des Humanismus und der objektiven und kritischen Darstellung der Vielfalt der Standpunkte verpflichtet. Wir wollen aufmerksame Beobachter der intellektuellen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen sein, den Zeitgeist erkennen und uns mit ihm auseinandersetzen, ohne uns ihm zu unterwerfen. Unser Angebot soll Orientierung und Hilfestellung in einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Welt bieten.

Grundsatz der durchdachten Vielfalt: Da Bildungsziele, Kundeninteressen und gesellschaftliche Entwicklungen nicht mehr vorhersagbar sind bzw. sich in immer kürzeren Abständen ändern, wollen wir durch ein möglichst breit gestreutes Angebot, das, soweit möglich, allen zugänglich ist, unseren Bildungsauftrag ernst nehmen und neben traditioneller Allgemeinbildung und beruflichen Qualifikationen auch sinnvolle Freizeitgestaltung, Basisqualifikationen, Kultur- und Medienkompetenz vermitteln. Daneben wollen wir auch ein Forum für Dialog, Verständigung und Anschauungsvielfalt sein und einen festen Platz im Kulturleben der Stadt Graz und der Steiermark haben.

Grundsatz der kulturellen Bildung: Die Urania sieht eines ihrer Hauptanliegen im Bereich der „Kulturellen Bildung“. Diese soll nicht nur Phantasie und Kreativität wecken, sondern durch Wissensvermittlung über das eigene kulturelle Umfeld auch identifikationsstiftend wirken, beziehungsweise durch die Erfahrung von Kulturkontrasten und durch transkulturelles Lernen die Fähigkeiten zu objektiver Auseinandersetzung, kritischem Dialog und eigener Meinungsbildung fördern.

2017 wurde diese Erweiterung zum transkulturellen Lernen hinzugefügt: Transkulturelles Lernen bezieht sich auch auf die Bildungstätigkeit, die die Urania in Bezug auf Migrantlnnen, AsylwerberInnen und Asylberechtigte entfaltet. Die Vermittlung von Grundbildung in Verbindung mit der Vermittlung europäischer Kulturtraditionen und Werte sowie „Deutsch als Zweitsprache" ist somit „die andere Seite der Medaille": Die Wissensvermittlung über das kulturelle Umfeld in Österreich soll integrationsfördernd wirken, die Reflexion über die Erfahrung von Kulturkontrasten die Fähigkeit stärken, die eigene Identität wertzuschätzen und dennoch mit ÖsterreicherInnen in einen konstruktiven Dialog treten zu können.

Lernende (= KundInnen): Die Urania versteht sich als Weiterbildungseinrichtung für alle, somit aktuell auch für MigrantInnen. Unser Bildungsangebot richtet sich in erster Linie an die Einzelperson, doch gehören auch soziale Gruppen, Firmen, Organisationen, Vereine und andere Institutionen zu unseren Kunden. Unsere Bildungsarbeit umfasst die Entwicklung, Planung und Durchführung von Programmen der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung, kulturellen Veranstaltungen, Projekten und Qualifizierungsmaßnahmen, Prüfungen und anerkannten Abschlüssen sowie eine allgemeine Bildungsberatung. Es ist unser erklärtes Ziel, in den genannten Bereichen qualitativ hochwertige Angebote zur Verfügung zu stellen und damit allen Menschen der Region den Zugang zu lebenslangem Lernen zu ermöglichen. Bildungswillige aller Alters- und Berufsgruppen nehmen diese Angebote regelmäßig in Anspruch. Auf Grund des demographischen Wandel widmen wir dem generationsübergreifenden Lernen besondere Aufmerksamkeit.

Grundsatz der ökonomischen Ausgeglichenheit: Die Urania wird vorwiegend durch die Beiträge der Mitglieder, Förderer und Lernenden getragen. Darüber hinaus erhält sie Förderungen von Bund, Land Steiermark und Stadt Graz sowie Unterstützung durch private Institutionen. Die Urania strebt einen hohen Grad an Eigenfinanzierung an. Eine ausschließliche Marktorientierung verhindert jedoch die Umsetzung unserer Leitbildwerte. Menschlich und gesellschaftlich relevante Bildung braucht regelmäßige und kalkulierbare Unterstützung durch die öffentliche Hand. Im Bewusstsein unserer Verantwortung den Steuerzahlenden gegenüber muss die Verwendung dieser Förderungen nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Leistungsorientiertheit erfolgen.

Grundsatz der Kundennähe und Transparenz: Der persönliche, direkte Kontakt zwischen Mitarbeitenden und Lernenden ist die Chance der Urania, neben größeren aber unpersönlichen Anbietern zu bestehen. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Anonymität werden die soziale Komponente der Bildungsarbeit und das individuelle Eingehen auf die Wünsche und Vorstellungen unserer Lernenden immer wichtiger. Der direkte Kontakt bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ihnen die Abläufe und Vorgaben der Bildungsarbeit verständlicher zu machen und durch eine individuelle und kompetente Bildungsberatung den Erfolg von Lernprozessen zu fördern.

Unsere Stärken liegen in der Vielfalt unseres Angebotes, in einer vertiefenden Wissensvermittlung, in der beständigen Innovation und im raschen Aufgreifen von aktuellen Themen (z.B. Erklärung von politischen Umwälzungen und Migrationsbewegungen, Information zu Ernährungstrends, Unterstützung bei der Integration).

Grundsatz der beständigen Innovation: Durch unsere traditionell sehr engen Kontakte zu den steirischen Universitäten und Forschungseinrichtungen werden wir sehr früh mit neuen Erkenntnissen, Themen und Denkweisen konfrontiert, die wir so rasch wie möglich in unser Bildungsangebot einfließen lassen. Dies erfordert von uns ein hohes Maß an Aufgeschlossenheit und Experimentierfreudigkeit – auch im Umgang mit neuen Vermittlungsmethoden.

Grundsatz der Kompetenz und Qualität: Unsere inhaltlichen und pädagogischen Ziele können nur erreicht werden, wenn die Infrastruktur der Urania den Anforderungen optimal entspricht, wenn die Dienstleistungen im Umgang mit unseren Lernenden und Lehrenden kompetent, effizient und menschlich durchgeführt werden und wenn das Niveau unserer Lehrenden gehalten und gesteigert wird. Dazu sind eine kritische Auswahl, eine kontinuierliche Betreuung und eine regelmäßige Fortbildung von Nöten. All diese Kriterien sollen einer permanenten Reflexion und Evaluation unterzogen werden. Ein dauerhafter Prozess der Organisations- und Qualitätsentwicklung soll mithelfen, die Qualität, Effizienz und Kundenorientierung unserer Bildungsarbeit zu sichern.

Ressourcen: Die Unterrichtsräume der Urania bieten eine moderne und ansprechende Lernumgebung und sind mit allen erforderlichen Lehr- und Lernhilfen ausgestattet. Das Urania-Team ist gut ausgebildet und hoch motiviert. Durch ihren engen Kontakt mit den steirischen Universitäten und Fachhochschulen steht der Urania ein dichtes Netz an qualifizierten Lehrenden, kritischen BeraterInnen und inhaltlichen GesprächspartnerInnen zur Verfügung. Dies garantiert die Kompetenz und Qualität unseres Weiterbildungsangebots.

Definition gelungenen Lernens: Unsere Bildungsarbeit betrachten wir dann als gelungen, wenn motiviert Lernende mit Freude die angestrebten Lernziele erreichen, danach im Stande sind, das Erlernte im persönlichen und gesellschaftlichen Lebenszusammenhang anzuwenden und Weiterbildung als erfolgreiche Möglichkeit zur Lebensgestaltung anerkennen. Im Zertifikatsbereich müssen zusätzlich verbindliche und transparente Qualitätskriterien erfüllt sowie vorgegebene Lern- und Entwicklungsziele erreicht werden. Das Ergebnis einer erfolgreichen Bildungsarbeit der Urania stellen mündige Menschen dar, die kompetent und bewusst am beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen. Die von der Urania dabei gestaltbaren und in der Praxis gestalteten Kontextbedingungen sind vor allem eine moderne und ansprechende Lernumgebung sowie qualifizierte Lehrende; ganz besonders aber auch ein möglichst breit gestaltetes Angebot – gemäß unserem Leitbildgrundsatz der durchdachten Vielfalt. Breite und Vielfalt unseres Angebotes genießen dabei eine so hohe Priorität, dass wir in den letzten Jahren auch budgetär wenig attraktive Angebote ins Programm genommen haben – ausschließlich deshalb, um diesem Prinzip gerecht werden zu können.

Wie unser Leitbild zustande kam

Die Überarbeitung des Leitbildes erfolgte partizipativ durch das Urania-Team am 24. April 2009. Sie wurde am 16. Juni 2009 von der Generalversammlung der Urania diskutiert und angenommen und im Dezember 2017 aktualisert.
 Das Leitbild liegt in der Urania auf und wird auf Wunsch jedem Teilnehmer mitgegeben oder zugesandt.

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