Page 8 - Programmheft_2021_2
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NACHRUFE


    Eva Karisch. Die erste Präsidentin der Urania


    Am 10. April 2021 verstarb Dr. Eva Karisch, die erste Präsi-   positionierte die Urania als
    dentin  der  Urania.  Sie  wurde  2003  in  dieses  Amt  gewählt   selbst- und qualitätsbewusste
    und hatte es bis 2007 inne. Es war eine schwierige Zeit: Die   Einrichtung  in  der  steirischen
    Förderungen der öffentlichen Hand stagnierten, gleichzeitig   Bildungslandschaft. Die Erfolge
    entstanden neue Forderungen nach Qualität und Innovation.   ihrer Tätigkeit konnte sie 2006
    In dieser Situation einer finanziellen und inhaltlichen Neu-   mit der Qualitätszertifizierung
    orientierung stand mit Eva Karisch nicht nur die erste Frau an   der Urania nach LQW II und
    der Spitze der Urania, sondern auch erstmals jemand, der nicht   der Überreichung des Josef-
    aus dem universitären Bereich, sondern aus der Erwachsenen-  Krainer-Heimatpreises an die
    bildung kam. Die promovierte Juristin, die vor ihrem Engage-  Urania im selben Jahr erleben.
    ment in der Urania im Kollegium des Landesschulrats, in un-  Auch nach ihren beiden Funk-
    terschiedlichen Einrichtungen der Elternvertretung sowie als   tionsperioden als Präsidentin – blieb Eva Karisch – trotz ihrer
    Obfrau des Steirischen Vereins für Konsumentenschutz und als   Arbeit in der Opferschutzkommission und der aufopfernden
    Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag tätig war, leitete   Betreuung ihres Gatten – der Urania eng verbunden. Den
    zwischen 1991 und 2000 das Josef-Krainer-Haus als Bildungs-   Vorsitz des Landesverbandes steirischer Volkshochschulen,
    zentrum der Steirischen Volkspartei.     den sie 2003 als Urania-Präsidentin übernommen hatte, übte
    Die Aufgaben der Urania-Präsidentin, die mit den Jahren    sie weiter, bis 2011, aus. Im Präsidium der Urania war sie bis
    umfangreicher und herausfordernder geworden waren, nahm   2019 tätig. Die 100-Jahr-Feierlichkeiten mit ihren vielfältigen,
    Eva Karisch mit der ihr eigenen Ernsthaftigkeit, Zielorien-   auch politischen Anerkennungen können unter anderem als Be-
    tiertheit und einem großen persönlichen Engagement wahr.   stätigung  des  von  Eva  Karisch  eingeschlagenen  Weges  ge-
    Qualitätsmanagement, Digitalisierung, regionale Vernetzung   sehen werden. Die Urania verdankt ihr viel und wird ihre Arbeit
    – Entwicklungen, die heute selbstverständlich sind – nahmen   in ihrem Sinne fortsetzen.
    damals ihren Anfang. Eva Karisch scheute schwierige Ent-           UD Dr. Hannes D. Galter
    scheidungen nicht, hatte ein Ohr für die Mitarbeitenden und   Urania-Direktor von 1996 bis 2019






    Rüdiger Malli. Über viele Jahrzehnte steter Blick
    auf die Geschichte


    Dr. Rüdiger Malli starb am 16. April. Er studierte Geschichte
    und Slawistik in Graz und Laibach/Ljubljana. Mit den Ländern
    und Kulturen Mittel- und Südosteuropas war er auch persönlich
    eng verbunden. Als Historiker war er der Überzeugung, dass
    wir erst mit dem Blick auf die Geschichte die Gegenwart ver-
    stehen und dass nur der persönliche Schritt über Grenzen die
    Geschichte in ihrer Fülle erlebbar macht.
    Diese Grundsätze vertrat er im Präsidium und im Vorstand von
    1977 bis 2021 – 44 Jahre lang! Kein anderes Präsidiumsmit-
    glied  unterstützte die Österreichische  Urania für Steiermark
    über so lange Zeit. Anlässlich der 100-Jahr-Feier im Mai 2019
    erhielt er dafür das Ehrenzeichen des Verbandes Österreichi-
    scher Volkshochschulen. Wir werden ihn und seinen Bildungs-
    auftrag in ehrender Erinnerung bewahren.

                               Dr. Wolfgang Moser  Rüdiger Malli erhält das Ehrenzeichen des VÖV von Gerhard Bisovsky


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