BIOGRAPHIE (M)EINER STRASSE

Biographie (m)einer Straße

Ein intergenerationelles Mitmachprojekt der URANIA Steiermark 2022 - 2023

Im Fokus des intergenerationellen Mitmachprojekts steht die Frage, was Menschen unterschiedlicher Generationen selbst über ihre Straße wissen wollen: vom Gespräch in der Nachbarschaft hin zur Begegnung.

Wir werfen aber nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern wollen auch ganz bewusst, Zukunftsperspektiven erarbeiten und damit beitragen, sich aktiv über die jeweilige künftige Lebensumwelt Gedanken zu machen.

Was wir bewirken möchten

Unser Ziel ist die Förderung des Miteinanders der Generationen, der forschende Austausch und die Bewusstseinsbildung für die persönliche Lebensgeschichte im Zusammenhang mit der alltäglichen Lebenswelt. Die Entwicklung von Zukunftsszenarien, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Menschen, soll ermöglicht werden. Im Sinne von Citizen Science wird das wohnortnahe Projekt mit wissenschaftlichem Anspruch von Amateur/innen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Geschichtswerkstätten dokumentiert und präsentiert, die Aneignung von kulturhistorischem Wissen wird ermöglicht.

Die Bewohner/innen dieser Straßen - ganz gleich, wie lange sie schon hier leben - wurden eingeladen, ihre Erinnerungen und vor allem ihre Zukunftsperspektiven zu erkunden, zu dokumentieren und - auch in Verbindung mit der jeweiligen Familiengeschichte - auszutauschen.

In diesem Sinne sind wir auf der Suche nach Interessantem, Verschollenem, Privatem, Öffentlichem, Offensichtlichem, Zukunftsträchtigem

Jede Straße ist/hat etwas Besonderes

Straßen und Plätze in unseren Wohngebieten sind Lebensräume, die historisch und kulturell sowohl in der Vergangenheit Bedeutung hatten als auch Interessantes in Gegenwart und Zukunft bieten.
So unterschiedliche Funktionen eine Straße haben kann - Durchzugsstraße, Nebenstraße, Wohnstraße, Fußgängerzone, Marktplatz, u.a. - so unterschiedlich stellen sie sich für die jeweiligen Bewohner und Bewohnerinnen dar.

Für folgende Grazer Straßen, Plätze usw. haben sich Menschen gefunden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gemeinsam mit den jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohnern, die Geschichte und die Entwicklungen zu erforschen und zu dokumentieren.
 

 

Einbeziehung der BewohnerInnen

Wir möchten Menschen, die in/an den angeführten Straßen, Plätzen, Grätzeln usw. wohnen oder dort gelebt haben, zusammenbringen und gemeinsam mit ExpertInnen die Geschichte Ihrer eigenen Wohnumgebung in Verbindung mit der jeweiligen Familiengeschichte erkunden und dokumentieren.

 

In diesem Sinne sind wir auf der Suche nach Interessantem, Verschollenem, Privatem, Öffentlichem, Offensichtlichem, Zukunftsträchtigem

Bis jetzt wurden folgende Grazer Straßen ausgewählt

  • Am Rehgrund
  • Andritz-Hauptplatz
  • Fontanestraße
  • Friedrichgasse
  • Gartenstadt St.Peter
  • Humboldtstraße
  • Hüttenbrennergasse
  • Kaiserfeldgasse
  • Moserhofgasse
  • Theodor-Storm-Straße
  • Viktor-Geramb-Weg
  • Wastlergasse

Machen Sie mit!

Sie fühlen sich angesprochen und/oder haben Lust vielleicht Ihre eigene Wohnortumgebung einzubringen?

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung!

 


Unser Projekt wurde im Jahr 2022 vom ORF- Ö1 beim Programmschwerpunkt „Gewonnene Jahre – Neue „Wege ins Alter“ unter 153 Einreichungen als einer der besten 12 Bewerbungen ausgezeichnet!

Was wir Ihnen bieten:

  • Einführung in die Thematik
  • Beratung und Begleitung
  • Möglichkeiten zum persönlichen Wissenserwerb
  • Kontakte zu anderen Interessierten und spannende Begegnungen!

 

Zusammen mit dem Stadtmuseum Graz und dem Stadtarchiv Graz wird eine Ausstellung und auch eine Publikation für das Jahr 2023 vorbereitet.

 

Die Teilnahme ist kostenlos!

Wir machen alle ehrenamtlich mit!

Blitzlichter aus den bisherigen Ergebnissen

Stand Juni 2022

 

 

... interessante Tatsachen über die noch vorhandenen 17 Holzhäuser und deren eigenartige Herkunftsgeschichte, ein einziger Brunnen, kein Stromanschluss

 

... ergänzt durch die ca. 10 bisher gesammelten Erfahrungsberichte wollen wir uns drei Bilder genauer ansehen: Den Platz in den 60er Jahren, rund um die Jahrtausendwende vor dem Umbau und heute.

 

… ist Ahnenforscher und hat u.a. in Kirchenbüchern nach den ehemaligen, zugezogenen Bewohnern geforscht, die insgesamt 29 Einfamilienhäuser erbaut haben; er stieß auf unterschiedliche Berufe, vermutet aber doch, dass die Bewohner seinerzeit aus gleichen Gebieten der Monarchie zugezogen sind.

 

... die letzten Reste des alten Landestierspitals in der Friedrichgasse standen seit 1983 leer und drohten langsam zu verfallen. Am 19. März 1991 (Josefitag) besetzten etwa 15 "autonome Frauen" das alte Ambulatorium illegal vier Wochen lang und wollten hier ein "autonomes Frauenzentrum" erzwingen. Aber vergeblich, am 18. April fuhren um 8.30 Uhr Bulldozer auf und die Frauen mussten unfreiwillig das Gebäude verlassen. Nur noch ein wunderschön verwachsener Torbogen und eine unscheinbare Gedenktafel erinnern an diese Aktion.

 

… wir sind im Gespräch mit Vertretern der Stadt (Bezirksvorsteher, Grünraum, Holding usw.) bzgl. der freien Fläche Ecke Wormgasse. Es geht um Blühwiesen, gärtnerische Gestaltung usw. Aus der Telefonzelle soll ein Bücherregal werden, ein Schaukasten soll über unsere Vorgarten-Aktionen und aktuelles im Bezirk berichten...

 

… die Begehung und Erforschung birgt einige Überraschungen. Es sollen vor allem die letzten Heimgärten an der Ostbahn gezeigt werden und der sogenannte „Ökopark Fekonja“, der kleinste Park von Graz, mit dem einzigen privaten Bunker (er ist gesperrt) der Steiermark.

 

… die historische Entwicklung markanter Gebäude und die Dokumentation der unterschiedlichen Nutzung im Lauf der Zeit sind höchst interessant, vor allem im Hinblick auf die geplante „Begegnungszone“ Dort wo früher Warenhäuser (Fa. Schönbauer) und Geschäfte waren, sind jetzt Burger-Lokale und andere Läden.

 

… hieß früher, die „Windische Herrengasse“, weil sich dort nach dem Ende des 1. Weltkrieges hauptsächlich Vertriebene aus der ehemaligen Untersteiermark ansiedelten, darunter auch die Familie von Alois Hergouth.

 

… wurde 1949 umbenannt und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Waren es in der Anfangszeit Gärten zur Selbstversorgung, entstanden im Lauf der Jahre lauter Einfamilienhäuser. Aber es dauerte bis 1969, als eine Trinkwasserleitung gelegt wurde und erst 1994 konnte die Kanalisierung erfolgen. In den letzten 30 Jahren hat sich die Anzahl der Swimmingpools etwa verzehnfacht!

 

… die Siedlung im Stiftingtal entstand 1958, es wurden mehrere Häuser, großteils in Eigenregie (zahlreiche Handwerker unter den Siedlern, gegenseitige Hilfe) mit Förderung des Landesjugendreferates für Jungfamilien gebaut, es entstand eine enge Gemeinschaft.

 

… besteht aus 10 Stadt-Häusern, die etwa 1910 errichtet wurden, bewohnt von Offizieren, Beamten usw.  Es gab früher mehr Einwohner, da die bürgerlichen Bewohner „Personal“ hatten. Jetzt sind sehr viele Studenten-WGs dort.

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